Die verzauberten Brüder
Städtische Bühnen Münster - Premiere 18. November 2007

Foto: Kai Niggemann
Premiere 18.11.2007 um 17.00 Uhr - Städtische Bühnen Münster
Kritiken:
TIERE GEBEN DER HEXE SAURES
von Arndt Zinkant, Westfälische Nachrichten, 20.11.2007
Münster. (...) Keine Frage, die lustigen Tiere sind die Stars
auf der Bühne des Großen Hauses, wo am Sonntag „Die verzauberten Brüder“
von Jewgeni Schwarz Premiere hatten.
Die vielen Kinder waren hellauf begeistert, weil Regisseur Andre Sebastian
den Finger am Puls der Zeit hatte: Im Zauberwald ging es rund
– mit Action, Songs und reichlich Spaß.
Dieser Wald kann sich sehen lassen; Bühnen- und Kostümbildnerin Svea Kossak
weiß, dass man heute an Harry Potter gemessen wird, und pflanzt ein
verwunschenes Technicolor-Biotop ins Große Haus. Hier stehen Fjodor (Helmut
Buntjer) und Jegoruschka (Jan Sturmius Becker) ganz cool herum, dabei sind sie
von der Hexe Baba Jaga in Bäume verwandelt worden. Hänsel und Gretel hatten
eine Rabenmutter, die sie der Hexe direkt in die Arme schickte – die „fleißige Wassilissa“ (Carola von Seckendorff) dagegen durchsucht schon Jahre den Wald nach ihren Söhnen. Sie hat sogar ein Schwert, um der Hexe Saures zu geben. So eine Mutter möchte man haben!
Aber die Baba Jaga (Frank-Peter Dettmann in spaßiger Travestie) ist fies und schlau und stellt der Mutter schier unlösbare Aufgaben, bevor sie den Zauber brechen will. Aber die gepeinigten Tiere helfen Wassilissa: Bär Mischka (Oliver Fobe) mobilisiert noch den Hund Scharik und den Kater Murrlewitsch. Ilja Harjes hechelt herrlich unter seinen Schlappohren; doch der Star ist Philip Gregor Grüneberg als Kater. Der wedelt mit dem Schwanz, wie Chaplin den Spazierstock schwang. Und wenn er mit französischem Dandy-Akzent Unreinlichkeit tadelt („Igitt, er hat Rüß an seine Pföten!“), biegt jedes Kind sich vor Lachen. Die Tiere nutzen ihre Talente, und der jüngste Sohn (Tina Amon Amonsen) hilft auch mit. Doch so leicht gibt die Hexe sich nicht geschlagen.
. Richtig gruselig ist hier allerdings nichts – da hat Mussorgsky („Bilder einer Ausstellung“) der Hütte Baba Jagas ganz anders Beine gemacht. Hier wird von „Mamma Mia“ bis zu „Mission Impossible“ geträllert und getanzt. Und wenn der Saal selig mitklatscht, ist alles gut.

Foto: Michael Hörnschemeyer

Fotos: Michael Hörnschemeyer

Foto: Michael Hörnschemeyer

Foto: Michael Hörnschemeyer
